Was mich bewegt in meinem Umfeld . . . von MLM und anderen Querelen

Was ist das nur für ein Phänomen? Es gibt Menschen, denen möchte man etwas Neues vorstellen und die holen gefühlt einen Knüppel raus und hauen einem voll auf die Rübe. Soweit das symbolische Bild für mein Empfinden.
Ich bin seit über fünf Jahren im MLM = Network-Marketing tätig. Daher habe ich auch schon einige Kollegen, nicht nur die in meinen Unternehmen, kennen gelernt. Auch aus dem klassischen Direktvertrieb kenne ich ein paar.
Alles Menschen, die versuchen mit ihren Produkten das Leben ihrer Mitbürger schöner, sinnvoller, gesünder, praktischer oder was auch immer zu machen. Und die aus dem MLM-Bereich sind vor allem bemüht andere Menschen erfolgreich zu machen.
Da ist man also als MLM-ler in den social-media–Plattformen unterwegs und schreibt Menschen, die man interessant findet an und macht ihnen einen Vorschlag. Die meisten reagieren erst auf die zweite oder dritte Nachfrage, meistens mit Ablehnung. Deshalb immer mein Tipp an die Kollegen: Alles, was kein „Ja“ ist, ist ein „Nein“. Und vorher eine stabilere persönliche Beziehung aufbauen.
Diejenigen, die Interesse zeigen oder gleich ein Produkt ausprobieren wollen, die sind natürlich angenehm, aber der eigenen Quote entsprechend eher niedrig im Prozentsatz. Das ist unser größtes Berufsrisiko – mit den „Neins“ leben zu können.
Und dann gibt es noch die, die sich sofort angegriffen fühlen und gleich in harte Abwehr übergehen. In der Psychotherapie nennt man es psychotisch: wenn sich jemand ohne tatsächlichen Angriff glaubt schwer bewaffnet verteidigen zu müssen.
Ja, ok, vielleicht übertreibe ich. Es sind eigentlich „nur“ Abwertungen, Diffamierungen, genervtes Getue: „Entschuldigung, dass ich gestört habe“ – denke ich mir.
Meiner Meinung und Erfahrung nach bräuchten aber gerade die, denen eben eine „Laus über die Leber“ gelaufen ist, besonders dringend die Nahrungsergänzungen mit den B-Vitaminen, ist doch besonders das Vitamin B6 als „soziales“ Vitamin bekannt und dringend benötigt, wenn man nicht mit seinen Mitmenschen auskommt.
Sind deshalb die meisten MLM-Leute, die ich kenne, so Menschen zugewandt? Weil Sie gut versorgt sind? Diese Offenheit zum „Gegenüber“ kenne ich sonst selten aus einer anderen Branche.
Für die „Grantler“ tut es mir aber auch irgendwie leid. Vielleicht sind sie am Erfolg auch nicht interessiert oder sind erfolgreich durch Polarisierung, ich weiß es nicht.
Wenn eine Yoga-Lehrerin sich außerhalb ihrer „heiligen“ Stunden lieblos verhält, wer mag dann wirklich in die Stunde gehen? Sind ihre die Stunden dann authentisch?
Oder ein Tattoovierer, der „für sowas habe ich keine Zeit“ sich gefühlt gerade noch „für so ´n Sch . . .  habe ich keine Zeit“ verkniffen hat und mich dann belehrt, ich solle mich gut ernähren. Ja bei so viel Sensibilität mir gegenüber: würde ich mich von so jemandem tattoovieren lassen (ich vermeide jetzt bewusst die Zweideutigkeit von „Stechen lassen“ 😉  ) ??
Was für diese Leute eigentlich viel wichtiger sein sollte: Würde ich jemanden zu ihnen empfehlen?
Was den meisten nicht bewusst ist: jeder spürt auch die Gefühle und Gedanken dahinter. Unsere „Spiegelrezeptoren“ funktionieren nicht nur im direkten Austausch. Es geht nicht nur um das konkret Gesagte – das kann gesellschaftskonform perfekt höflich formuliert sein. Nein, es geht darum, wie wir Menschen emotional aufeinander reagieren. Und es scheint ein sehr nationales Problem zu sein. Ich arbeite ja quasi weltweit, aber in Deutschland finde ich es besonders extrem.
Es ist ein Grund, WARUM ich die MLM-Leute mag: die reagieren meistens mit Humor, wenn man sich gegenseitig etwas vorstellt. Wie auf dem Markt oder einer Messe, wo ein Standbesitzer beim anderen schaut, was es so noch so alles gibt. Eine Information schadet meistens nur dem, der sie nicht hat.
Es gibt da noch die ganz Klaren, die mag ich auch. Ohne große Kommentare einfach: „Danke, kein Interesse“ oder „Danke, kein Bedarf“. Völlig in Ordnung. Nicht jeder fühlt sich von allem angesprochen.
Herzlichst, Pythorea

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